“Macht!” Befehl oder Einladung?

🍷 Wenn du das nächste Mal ‚Macht!‘ rufst – meinst du dann das Substantiv oder den Appell?

Neulich im Teammeeting. Der Teamleiter sagt: „Wir brauchen mehr Ownership bei diesem Projekt.“ Alle nicken. Dann werden die Aufgaben verteilt. Eine nach der anderen. Am Ende die Frage: „Passt das für euch? Gut, dann macht!“

Und genau da wird es interessant.

Meint er: „Macht es!“ – also führt aus, was ich gerade entschieden habe? Oder meint er: „Nutzt eure Macht!“ – Gestaltet das selbst, wie es für euch Sinn ergibt?

Die meisten verstehen Ersteres, weil das der Default ist. Wir wurden so sozialisiert: Oben wird gedacht und Strategie entwickelt, unten wird umgesetzt. Oben die Ansagen, unten das Durchführen.

Aber genau dieser Default stößt an seine Grenzen: Komplexe Herausforderungen brauchen Input und Gestaltungsmacht von mehr Beteiligten. Wer alleine entscheidet, kann nicht alle relevanten Perspektiven einbeziehen. Wer nicht einbezogen wird, versteht oft nicht, warum welche Entscheidungen getroffen werden. Das frustriert beide Seiten. Dazwischen entsteht ein Vakuum.

Co-Creation füllt dieses Vakuum. Aber nicht, indem wir ein paar partizipative Workshops machen und dann weitermachen wie bisher. Sondern indem wir Gestaltungsmacht neu verteilen. Nicht als nette Geste, sondern als strategische Notwendigkeit.

Wenn du das nächste Mal „Macht!“ rufst, überleg dir vorher: Was meinst du wirklich? Einen Auftrag oder eine Einladung? Kontrolle oder Gestaltungsspielraum?

Die Antwort entscheidet, ob wir anderen Gestaltungsspielraum oder Anweisungen geben.

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